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Jugendgruppen in der NS-Zeit

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Bund Deutscher Mädel (BDM)
Hitlerjugend (HJ)
Verweise
Zeitzeugenbericht

Bund Deutscher Mädel (BDM)

Der Bund Deutscher Mädel (BDM) wurde im Juni 1930 als Gliederung der vier Jahre zuvor ins Leben gerufenen männlichen Hitler-Jugend (HJ) gegründet. Nachdem es in der Anfangsphase besonders mit der NS-Frauenschaft (NSF) parteiinterne Streitigkeiten um die inhaltliche und organisatorische Ausrichtung gab, wurde der BDM als Teilorganisation der HJ am 7. Juni 1932 zur einzigen parteiamtlichen Mädchenorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) erklärt.

Bereits seit 1923 gab es innerhalb der NSDAP „Mädchenschaften“ und „Mädchengruppen.“ Häufig wurden sie auch als „HJ-Schwesternschaften“ bezeichnet: Viele Mädchen waren über ihre Brüder in der aktiven Hitlerjugend zum Nationalsozialismus gekommen. Diese Gruppen hatten zunächst nur wenige Mitglieder, eine zentrale Lenkung gab es nicht. Auch als auf dem Parteitag der NSDAP 1926 die Hitlerjugend als Jugendorganisation der Partei offiziell gegründet wurde, spielten diese Mädchenbünde zunächst keine Rolle. Diese schloßen sich erst 1930 zum „Bund Deutscher Mädel“ zusammen. 1931 erfolgte dann die Eingliederung in die Hitlerjugend. Die Mitgliederzahl im BDM blieb aber im Vergleich zu der der männlichen Hitlerjugend anfangs gering. Der ausgeprägte Männlichkeits- und Heldenkult innerhalb der HJ machte die Organisation für viele Mädchen uninteressant. Ende 1932 - also unmittelbar vor der Machtergreifung - hatte der BDM gerade 25.000 Mitglieder. Auch nach 1933 blieb die Mitgliederzahl lange hinter der männlichen HJ zurück.

Mit dem "Gesetz über die Hitlerjugend" vom 1. Dezember 1936 wurde die bis dahin formell freiwillige Mitgliedschaft im BDM verpflichtend. Alle Jugendlichen wurden offiziell in der HJ zusammengefaßt und der BDM für die deutschen Mädchen zum dritten Erziehungsfaktor neben Schule und Elternhaus erklärt. Der BDM war untergliedert in den Jungmädelbund (JM) der 10- bis 13jährigen und den Bund Deutscher Mädel der 14- bis 17jährigen. 1938 wurden zudem das Werk "Glaube und Schönheit" für die 17- bis 21jährigen Frauen gegründet. Die Organisationsformen des BDM waren weitgehend parallel zu denen der männlichen Hitler-Jugend und deren Leitsatz "Jugend soll Jugend führen". So vertraten die Referentinnen der oberen Ebenen den Bund bei der Reichsjugendführung. Die BDM-Reichsreferentin hatte weitgehende Vollmachten bei der eigenverantwortlichen Leitung des BDM, der die weibliche Jugend von klein auf zu Trägerinnen der NS-Ideologie und zu Tugenden wie Gehorsam, Pflichterfüllung, Disziplin, Opferbereitschaft und Körperbeherrschung erziehen sollte.

Die Inhalte der Jugendarbeit in den einzelnen "Mädelschaften" bestanden hauptsächlich aus weltanschaulichen Schulungskursen in "Heimabenden" mit Volks- und Rassenkunde, kultureller Erziehung mit Volkstänzen und Liedern, Aneignung hauswirtschaftlicher Fähigkeiten sowie aus Sport. Für den Aufbau der Sportarbeit wurden eigens Lehrkräfte der Deutschen Hochschule für Leibesübungen engagiert, um eine qualifizierte Führerinnenschaft auszubilden. Ziel der sportlichen Erziehung waren Disziplinierung und körperliche Ertüchtigung, wie es dem NS-Frauenideal entsprach. In der Praxis bestand das BDM-Sportprogramm aus Leichtathletik, Sportspielen und Gymnastik. Marschieren galt auch hier zunächst als wichtiger Bestandteil der körperlichen Ertüchtigung, ebenso wie Geländespiele. Diese Aktivitäten wurden allerdings später als "vermännlichend" nicht mehr durchgeführt. Obwohl das bis dahin für Mädchen nicht übliche Sporttreiben im Freien von älteren Teilnehmerinnen häufig als Moment der Emanzipation erlebt wurde, war gerade der Sport im BDM Mittel der Erziehung zu unbedingter Disziplin. Für sportliche Leistungen und erworbenes Wissen in den wöchentlichen Heimabenden gab es je nach Altersstufe verschiedene Leistungsabzeichen, von der Jungmädelprobe bis zum BDM-Leistungsabzeichen in Gold.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der Anpassung an die Erfordernisse des Kriegs wandelten sich sowohl Tätigkeiten als auch Ziele des BDM, der sich immer mehr zur Kriegshilfsorganisation entwickelte. So engagierte sich der BDM in der Organisation von Ferienlagern für Erholungsbedürftige oder der Kinderlandverschickung (KLV). An den Heimabenden wurden nunmehr häufig Briefe an Soldaten geschrieben oder Pakete gepackt. Mit der Einführung des Pflichtjahrs für alle ledigen Frauen unter 25 mußte ab 1938 zudem eine einjährige Tätigkeit im Haushaltsdienst, der Soldatenbetreuung, in der Erntehilfe, im Luftschutz oder im Nachrichtenwesen geleistet werden.

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Der Bund Deutscher Mädel (BDM)

Arbeitskleidung

Jacke zur Bundestracht des BDM mit Gebiets - Armabzeichen

"Südost Oberdonau"

Baumwolle, Metall, Steinnuß

Länge: 47 cm

1935-1945

DHM, Berlin

Alterstabelle

Alter /
Anzahl /
Bezeichnung
10-13 Jahre
Jungvolk
14-18
Jahre
HJ
14-18 Jahre
BDM
3000-4000
Jungbann
Bann
Untergau
500-600
Jungstamm
Stamm
Mädelring
120-180
Fähnlein
Gefolgschaft
Mädelgruppe

30-50

Jungzug

Schar

Mädelschar

10-15

Jungenschaft

Kameradschaft

Mädelschaft

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Quelle/Bilder: www.shoa.de / www.wikipedia.de

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